Summer Camp China 2025 Zwei Wochen in China mit dem Konfuzius-Institut Hamburg
Mein Name ist Jeshua, ich besuche die 10. Klasse unserer Schule. Seit drei Jahren lerne ich mit großem Interesse und viel Engagement Chinesisch. Im Frühjahr dieses Jahres machte mich meine Chinesischlehrerin auf ein Austauschprogramm des Konfuzius-Instituts Hamburg aufmerksam, ein Angebot, das mir ermöglichen sollte, gemeinsam mit 14 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwei Wochen lang (26.07.2025–09.08.2025) in den Sommerferien nach China zu reisen.
Als ausgewählter Bildungsgast durfte ich an verschiedenen Kursen zu Sprache und Kultur teilnehmen, zahlreiche historische Orte besichtigen und den Alltag in China hautnah erleben. Die Reise bot mir außergewöhnliche Einblicke in ein Land, das wir sonst meist nur aus dem Unterricht oder den Medien kennen. Dieser Austausch hat mir gezeigt, wie wertvoll internationale Bildungsprogramme für unsere persönliche und schulische Entwicklung sind.
Unsere Reise wurde vollständig von Hanban, der offiziellen chinesischen Organisation für Bildungs- und Kulturförderung, finanziert. Jeglich die Flugtickets mussten selber bezahlt werden.
Wir starteten in Hamburg, flogen über Frankfurt direkt nach Shanghai und wurden dort in einem 4-Sterne-Hoteluntergebracht. Während unseres Aufenthalts aßen wir täglich mehrmals in chinesischen Restaurants. Fast jeden Tag verbrachten wir an der Fudan-Universität, einer der bekanntesten Universitäten in Shanghai und offiziell die drittbeste im ganzen Land, mit ungefähr 40.000 Studierenden. Auf dem riesigen Campus hatten wir täglich Kurse zu Themen wie Kalligrafie, traditioneller chinesischer Kunst, traditionellen chinesischen Spielen, Drachen- und Löwentanz und vieles mehr. Zudem gab es jeden Tag zwei Stunden Chinesischunterricht.
Trotz des vollen Programmes blieb immer Zeit für Freizeitaktivitäten: Wir erkundeten die Stadt, besuchten riesige Malls mit bis zu zehn Stockwerken oder entdeckten lokale Einkaufsstraßen und Viertel.
Eine besonders aufregende Erfahrung war unsere Reise nach Xi’an. Während unseres Aufenthalts zog ein Taifun über die Region, wodurch unsere geplante Hochgeschwindigkeitszugfahrt verschoben wurde. Obwohl wir immer sicher untergebracht waren, hatten wir alle ein mulmiges Gefühl im Magen. In dieser Zeit merkte ich, wie normal für viele Menschen solche Wetterereignisse waren, denn viele liefen dennoch frei in der Stadt herum, etwas, das ich mir in Deutschland nicht vorstellen kann.
Nachdem der Taifun vorbeigezogen war, fuhren wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Shanghai nach Xi’an, einer über 3000 Jahre alten Stadt. Wirklich beeindruckend war, dass der Bahnhof so groß war wie mancher Flughafen. Es war sauber, und die Züge kamen alle immer pünktlich. Besonders überraschend fand ich die Sicherheitsvorrichtung entlang der Gleise, eine Art Wand aus Seilen wurde hochgefahren, um zu verhindern, dass Bürger auf die Gleise springen. Außerdem konnte man während der Fahrt sogar Essen bestellen, zum Beispiel von McDonald’s, das beim nächsten Halt direkt in den Zug geliefert und abgeholt wurde.
In Xi’an besuchten wir mehrere historische Sehenswürdigkeiten. Die spektakulärste war die Terrakotta-Armee, ein Anblick, den man nie wieder vergessen kann, so kunstvoll, dass ich mich frage, wie man in der Lage war, so etwas zu erschaffen. Wir haben auch mehrere Museen, Tempel und kulturelle Viertel besucht, wie das Muslimische Viertel.
Die Menschen in China begegneten uns offen und haben es uns nicht allzu schwer genommen, wenn es mal Schwierigkeiten bei der Kommunikation gab. Egal wo wir waren, wurden wir freundlich nach Fotos gefragt oder es wurde versucht, mit uns ins Gespräch zu kommen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Alltag: Überall wurde kontaktlos bezahlt, und vieles ist anders strukturiert als in Deutschland. Obwohl es viele Unterschiede gab, zeigte es mir, wie wertvoll direkte Begegnungen für das Verständnis fremder Kulturen sind. Ich habe nicht nur viel über China gelernt, sondern auch einiges über mich selbst in Erfahrung gebracht.
Ich bin sehr dankbar, dass mir die Schule, das Konfuzius-Institut Hamburg und unser Förderverein diese Möglichkeit gegeben haben, und kann zukünftigen Jahrgängen sowie Schülern nur empfehlen, sich für solche Austauschprogramme zu bewerben.
Unten finden Sie noch ein YouTube-Video vom Konfuzius-Institut Hamburg über unsere Reise.