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Was ist Selbstregulation?

Als Selbstregulation bezeichnet man die Fähigkeit des Gehirns, Lern- und Verhaltensprozesse in Anpassung an die jeweilige Situation zu steuern. Es kann als eine übergeordnete Instanz des Gehirns bezeichnet werden, die die ablaufenden Prozesse steuert und deren Ineinandergreifen regelt. Diese Instanz nennt man auch das Exekutive System. Das Exekutive System befindet sich im Stirnhirn, dem präfrontalen Cortex. Es ist die Kommandobrücke des Gehirns und ermöglicht situationsangepasstes Verhalten.

Es besteht aus den drei „Einsatzzentralen: dem Arbeitsgedächtnis (Speichern), der Inhibition (Hemmen) und der kognitiven Flexibilität (Umstellen)“. Die Begrifflichkeiten (Speichern/Hemmen/Umstellen) verwenden wir in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern.

Exekutive Funktionen koordinieren und steuern die sensorischen, emotionalen und motorischen Prozesse im Sinne übergeordneter Ziele und unterdrücken zu diesem Zweck Reaktionen und Motivationen. Sie beschreiben eine Vielzahl von geistigen Fähigkeiten, die es, im Sinne eines Steuermannes, ermöglichen, planvoll zu denken und zielgerichtet und systematisch Pläne zu entwickeln und zu realisieren. (vgl. Walk/Evers, S. 9/10).

Das Arbeitsgedächtnis wird im Unterricht benötigt, um sich Regeln, Abläufe, mehrschrittige Arbeitsanweisungen zu merken. Auch das „Updaten“ von Veränderungen in Regeln oder Abläufen gehören zu den Aufgabenbereichen des Arbeitsgedächtnisses. Die Kapazität ist bei Erwachsenen auf 5-7 Elemente beschränkt, bei Kindern und Jugendlichen geht man von weniger aus (je nach Entwicklungsstand).

Die Inhibition wird im schulischen Kontext für das erzeugen und Hemmen von Routinen, Ausschalten von Störreizen, das Steuern und Aufrechterhalten von Aufmerksamkeit sowie das Durchbrechen und Unterbrechen von Automatismen benötigt.

Die kognitive Flexibilität baut auf den beiden o.g. Funktionen auf. Sie beschreibt die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen und sich ändernde Situationen und Anforderungen einschätzen zu können.

Gut ausgebildete exekutive Funktionen ermöglichen es Kindern, die Aufmerksamkeit zu fokussieren, das Handeln bewusst zu steuern und zu erleben sowie Handlungsabläufe gedanklich zu planen und umzustellen. (vgl. Spitzer, M, Flyer FEX). Im schulischen Kontext bedeutet dies nicht nur einen höheren Lernerfolg, sondern auch eine bessere soziale Integration.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Fähigkeiten des exekutiven Systems die Lernleistung signifikant beeinflussen, wohingegen eine Korrelation von IQ und schulischer Leistung nur begrenzt nachweisbar ist (Grafik s.u.). Schüler, die im Alter von 11 Jahren über eine hohe Arbeitsgedächtniskapazität und eine gute Inhibitionsfähigkeit verfügen, zeigen bessere Leistungen in den Bereichen Mathematik, Sprache und Naturwissenschaften.
Die Reifung des Gehirns sowie damit auch des exekutiven Systems folgt bei jedem Jugendlichen einem individuellen Zeitplan und endet etwa im Alter von 25 Jahren. Daher sind die Reifegrade sowie die Ausprägung der damit verbundenen Fähigkeiten individuell verschieden.

Die Verhaltensmuster von Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrums-Störungen sowie ADHS zeigen häufig Defizite im Bereich der exekutiven Funktionen.

Die exekutiven Fähigkeiten sind sehr gut trainierbar. In diesem Rahmen kommt der Bewegung eine zusätzliche Rolle zu, da sie nachweislich kognitive Prozesse unterstützt und Speicherung und Abrufbarkeit von Lerninhalten optimiert.

„Wie Forschungsergebnisse in den letzten Jahren zeigen, sind Sport, Bewegung und Spiel einflussreiche Faktoren, um die Fähigkeit zur Selbstregulation und damit auch den Lernerfolg zu fördern. Das exekutive System wird durch neurophysiologische und psychologische Faktoren unterstützt: Unter anderem muss der Neurotransmitterhaushalt im Gleichgewicht sein. Auch die Neuroplastizität, also die Anpassungsfähigkeit des Gehirns, spielt eine große Rolle. Die dafür erforderlichen Stoffe werden vermehrt bei sportlicher Aktivität produziert und ausgeschüttet.

Gleichzeitig steigert Bewegung die Wahrscheinlichkeit einer kognitiven Reaktion. Sport unterstützt also zum einen die physiologischen Grundlagen für die Selbstregulation, zum anderen können exekutive Funktionen in Bewegung, Sport und Spiel trainiert werden. Von diesem Training profitiert auch die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in anderen Fächern.“

Weiter zu unserem Konzept zur Förderung der Selbstregulation.

 

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Letzte Änderung: 31.01.2020